Hormone
Hormone sind die chemischen Botenstoffe, die den weiblichen Zyklus fein abgestimmt steuern und so jeden Monat die Voraussetzung für Fruchtbarkeit und Menstruation schaffen. Veränderungen im Hormonspiegel beeinflussen dabei nicht nur Eisprung und Gebärmutterschleimhaut, sondern oft auch Stimmung, Energie und allgemeines Wohlbefinden.
Aufgabe von Hormonen
Hormone steuern nahezu alle wichtigen Funktionen im weiblichen Körper – von der Regulation des Menstruationszyklus über die Fruchtbarkeit bis hin zu Stimmung, Energielevel und Stoffwechsel. Ein ausgewogenes hormonelles Gleichgewicht ist entscheidend für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Doch viele Frauen erleben Zyklusstörungen, unregelmäßige oder ausbleibende Perioden, PMS-Beschwerden oder hormonelle Dysbalancen, die den Alltag beeinträchtigen können.
Zyklusstörungen können viele Ursachen haben: von hormonellen Ungleichgewichten wie PCO-Syndrom oder Schilddrüsenstörungen über Stress und Lebensstileinflüsse bis hin zu anatomischen Veränderungen. Eine fundierte Diagnostik hilft, die Ursache zu identifizieren und eine gezielte Behandlung einzuleiten.
Zyklusstörungen
Die häufigsten Zyklusstörungen umfassen unregelmäßige Zyklen, ausbleibende Menstruation (Amenorrhö), zu häufige Blutungen (Polymenorrhö), starke oder schmerzhafte Perioden sowie prämenstruelle Beschwerden (PMS/PMDS). Diese können durch hormonelle Ungleichgewichte wie Progesteron- oder Östrogenmangel, erhöhte Androgene beim PCO-Syndrom oder Schilddrüsenstörungen ausgelöst werden. Auch Stress, Gewichtsveränderungen, intensiver Sport oder anatomische Faktoren spielen eine Rolle.
Die Diagnostik beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Zyklusmuster, Beschwerden und Lebensstil. Anschließend werden Hormonuntersuchungen zu verschiedenen Zyklusphasen durchgeführt, um den Hormonstatus präzise zu erfassen. Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und Gebärmutter sowie gegebenenfalls weitere Untersuchungen helfen, die Ursache der Störung zu identifizieren.
Was Sie hier finden
Die Behandlungsoptionen richten sich nach der Art und Ursache der Zyklusstörung sowie nach individuellen Wünschen und Bedürfnissen. Bei hormonellen Ungleichgewichten kann eine gezielte Hormontherapie helfen, den Zyklus zu regulieren. Dazu gehören bioidentische Hormone, klassische Hormonpräparate oder bei Kinderwunsch spezielle Stimulationstherapien. Auch die Diagnose und Behandlung von Begleiterkrankungen wie PCO-Syndrom, erhöhtem Milchhormnon (Prolaktin) oder Schilddrüsenstörungen ist von großer Bedeutung.
Neben der medikamentösen Therapie spielen Lebensstilmaßnahmen eine wichtige Rolle: Stressreduktion, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können hormonelle Balance unterstützen. Bei starken prämenstruellen Beschwerden helfen mitunter auch pflanzliche Präparate, Ernährungsanpassungen oder Entspannungstechniken. In manchen Fällen, wie bei der Endometriose oder anatomischen Veränderungen können auch operative Eingriffe notwendig sein.
Hormonelle Störungen können auch die Psyche belasten. Stimmungsschwankungen, Müdigkeit oder Reizbarkeit sind häufige Begleiterscheinungen. In einem persönlichen Beratungsgespräch werden alle Aspekte Ihrer Hormonsituation und Beschwerden ausführlich besprochen, um einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln.
Störungen des Menstruationszyklus

Störungen des Menstruationszyklus

Hormonelles Ungleichgewicht

Hormonelles Ungleichgewicht
Das Altern der Eierstöcke - Reproduktives Altern

Das Altern der Eierstöcke - Reproduktives Altern
Die Eierstockreserve vermindert sich kontinuierlich bis zur Menopause – der letzten durch die Eierstöcke gesteuerten Menstruationsblutung. Dabei variieren die zeitlichen Abläufe zwischen einzelnen Frauen erheblich: Während einige Frauen noch mit Mitte Vierzig relativ einfach schwanger werden und Kinder kriegen können, kann dies bei anderen Frauen schon mit Anfang Dreißig schwierig oder gar unmöglich sein. Immerhin erlebt etwa jede 20ste Frau die Menopause (das endgültige Ausbleiben von Eisprung und Menstruationsblutung) schon vor dem 45sten Geburtstag und Jahre vorher sind Schwangerschaften dann kaum noch möglich. Grundsätzlich ist das reproduktive alter von einer Vielzahl an Faktoren abhängig, familiär-genetischen, Lebensstil (Rauchen, Ernährung, Körpergewicht, Medikamente), Allgemeinerkrankungen) und man sollte diese ggf. in Betracht ziehen. Zu weiteren Details stehe ich Ihnen gerne im Rahmen einer persönlichen und individuellen Online-Sprechstunde zur Verfügung.

Frühzeitige Erschöpfung der Eierstöcke

Frühzeitige Erschöpfung der Eierstöcke
In der westlichen Welt liegt das durchschnittliche Lebensalter bei Eintritt der Menopause (das endgültige Ausbleiben von Eisprung und Menstruationsblutung) bei etwa 51 Jahren. Allerdings erlebt fast jede 20ste Frau die Menopause schon vor dem 45sten Geburtstag und bei etwa 1 von hundert Frauen tritt die Menopause schon mit oder vor dem 40. Lebensjahr auf. Man spricht hier auch von verfrühter oder vorzeitiger Menopause, der medizinische Fachausdruck lautet prämature Ovarialinsuffizienz. Bei betroffenen Frauen sind meistens schon einige Jahre vorher Schwangerschaften kaum noch möglich. Aber auch unabhängig von der persönlichen Familienplanung ist eine sorgfältige medizinische Abklärung und Begleitung dieser Situation von erheblicher Bedeutung unmittelbarer und auch langfristiger gesundheitlicher Bedeutung.
Ich habe mich seit Jahren sehr intensiv mit Fragen des sogenannten „Reproduktiven Alterns“ und besonders auch mit der vorzeitigen Menopause beschäftigt und dabei wurde mir immer wieder klar, wie wichtig es ist, Symptome und Hinweise auf ein frühzeitiges Erlöschen der Eierstockfunktion mit hoher Aufmerksamkeit wahrzunehmen und dann durch entsprechende Untersuchungen gezielt abzuklären. Der chronische Hormonmangel hat vielfältige gesundheitliche Auswirkungen und dieser beschleunigt – ohne entsprechende Gegenmaßnahmen – die Alterungsvorgänge des gesamten Körpers. Wenn Sie hier mehr wissen wollen interessieren Sie vielleicht auch die Abschnitte zu frühen Symptomen und zu langfristigen Gesundheitsrisiken der Menopause.
Besonders in Hinblick auf einen womöglich noch bestehenden Kinderwunsch geht es ganz besonders um Zeit, denn da zählt jeder Monat: Man sollte jetzt sehr zügig möglichst viele Eibläschen in den Eierstöcken heranreifen, die Eizellen gewinnen und befruchten oder auch unbefruchtet einfrieren. Wenn diese Situation relativ junge Frauen trifft hat es im Gegensatz zu Frauen nahe der natürlichen Menopause den Vorteil, dass jede Eizelle eine sehr hohe Entwicklungsfähigkeit und damit hohe Schwangerschaftschancen in sich trägt. Wichtig ist in jedem Fall eine zügige und zielorientierte Diagnostik und ggf. die Planung weiterer Schritte in Hinblick auf eine womöglich noch nicht abgeschlossene Familienplanung (siehe auch unter der Rubrik Kinderwunsch den Unterpunkt: Schutz der Fruchtbarkeit aus medizinischen Gründen – Fertilitätsprotektion.
Bei weiteren individuellen Fragen stehe ich Ihnen gerne im Rahmen einer persönlichen und individuellen Online-Sprechstunde zur Seite.
FAQ
Hormone sind chemische Botenstoffe, die nahezu alle wichtigen Funktionen im Körper steuern - von der Regulation des Menstruationszyklus über die Fruchtbarkeit bis hin zu Stimmung, Energielevel und Stoffwechsel.
Zyklus störungen umfassen unregelmäßige oder ausbleibende Perioden, starke Blutungen, PMS-Beschwerden oder hormonelle Dysbalancen. Ursachen können hormonelle Ungleichgewichte, angeborene Enzymdefekte, das PCO-Syndrom, Schilddrüsenstörungen, Stress, in sehr seltenen Fällen auch hormonproduzierende Tumore sein.
Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement kann dein Hormonsystem positiv beeinflussen. Bei hormonellen Störungen solltest du ärztlichen Rat einholen.
Hormone sind chemische Botenstoffe, die wichtige Körperfunktionen steuern, darunter Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung, Schlaf-Wach-Rhythmus und Stimmung. Sie werden in Drüsen produziert und über das Blut zu den Zielorganen transportiert.
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine häufige Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die durch Zyklusstörungen (oft ausbleibende Eisprünge und Monatsblutungen), erhöhte männliche Hormone und/oder viele kleine Follikel an den Eierstöcken (polyzystische Ovarien) gekennzeichnet ist, was zu Unfruchtbarkeit und Symptomen wie Akne, verstärkter Körperbehaarung oder Haarausfall führen kann; oft geht es mit Insulinresistenz und Übergewicht einher und kann durch Lifestyle-Anpassungen (Ernährung, Bewegung) sowie geeignete Medikamente wie Metformin oder Ovulationshemmer („die Pille“) behandelt werden. Bei Kinderwunsch ist oft eine medikamentöse Anregung der Follikel (Eibläschen) – Reifung erforderlich.
Ein Hormontest kann sinnvoll sein bei anderweitig nicht erklärten Symptomen wie Zyklusstörungen, starker Akne, Haarausfall oder verstärkter Körperbehaarung, Hitzewallungen, Scheidentrockenheit sowie bei unklaren Gewichtsveränderungen.
Eine fundierte Diagnostik umfasst Zyklusbeobachtung, Hormonuntersuchungen (FSH, LH, Östrogen, Progesteron, Schilddrüsenhormone), Ultraschall der Eierstöcke und gegebenenfalls weitere Untersuchungen zur Ursachenfindung.
Je nach Ursache kommen hormonelle Behandlungen, Lebensstiländerungen, Medikamente zur Zyklusregulation, Behandlung von Grunderkrankungen (z.B. Schilddrüse, PCO) oder in schweren Fällen operative Maßnahmen in Frage.
Chronischer Stress kann den Hormonspiegel stark beeinflussen und zu Zyklusstörungen führen. Stressreduktion durch Entspannungstechniken, Sport und ausreichend Schlaf können helfen, den Zyklus zu regulieren.
Ja, Hormone haben einen starken Einfluss auf die Stimmung. Schwankungen können zu Reizbarkeit, depressiven Verstimmungen oder Angstgefühlen führen. Ein ausgeglichener Hormonhaushalt trägt zum emotionalen Wohlbefinden bei.
Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und gesunden Fetten (mediterrane Diät), ausreichend Schlaf sowie ggf. Stressmanagement können helfen, Hormone natürlich zu regulieren. Manifeste Hormonstörungen sollten unbedingt ärztlich mit behandelt werden.
in den Eierstöcken wird ganz überwiegend das Ring-Molekül 17-beta Estradiol gebildet. Die vielfältigen Effekte dieses körpereigenen, „natürlichen“ Estrogens werden durch Bindung an die Estradiol-Rezeptoren Alpha und Beta vermittelt und diese Rezeptoren kommen in unterschiedlicher Ausprägung in allen möglichen Körperregionen und an zahlreichen Geweben vor. Damit werden die vielfältigen Estrogen-Effekte an den unterschiedlichsten körperlichen und psychischen Funktionen verständlich. Neben dem 17-beta-Estradiol gibt es eine Reihe weiterer körpereigener, also „natürlicher“ Estrogene (Estron, Estriol, usw), die sich allerdings in Wirkungsstärke und Bindungsverhalten an Estrogen-Rezeptoren sowie in weiteren Detail-Eigenschaften (Verstoffwechselung, Inaktivierung etc) jeweils unterscheiden. Wesentlichen Einfluss auf die verschiedenen Effekte der Estrogene haben auch Dosierung und Applikationsart – also die Gabe als Tablette, Creme, Pflaster, Scheidenring oder Spray. Neben den körpereigenen Estrogenen gibt es auch chemisch veränderte Estrogen-artige Substanzen, welche sich von körpereigenen, bioidentischen Estrogenen in Inaktivierungs-, Bindungs-Verhalten und in der Stimulation der Estrogen-Rezeptoren unterscheiden. Diese besonderen Eigenschaften können teilweise für besondere medizinische Konstellationen genutzt werden – etwa in Verhütungs-Pillen oder bei Erkrankungen, welche von einer teilweisen Hemmung der Estrogen-Wirkung profitieren (z.B. Endomtriose, Brustkrebs). Ein weiteres wichtiges, körpereigenes Sexualhormon geschlechtsreifer Frauen ist das Progesteron. Es wird ganz überwiegend in gesprungenen (ovulierten) Eibläschen und damit vor allem in der zweiten Zyklushälfte gebildet und es bewirkt wesentlich die Einpflanzungsfähigkeit der Gebärmutterschleimhaut für Embryo und Frühschwangerschaft. Progesteron bindet und stimuliert die beiden Hauptformen des Progesteron-Rezeptors (PR-A und PR-B) – und dies wird in teilweise unterschiedlicher Form auch erreicht durch chemisch erzeugte Progesteron-artige Hormone – die sogenannten Gestagene. Während Progesteron praktisch nur PR-A und PR-B bindet, können die unterschiedlichen Arten von Gestagenen zusätzlich auch weitere Hormon-Rezeptoren (Estrogen-, Androgen-, Aldosteron-, Hydrocortison-Rezeptoren) binden, stimulieren und teilweise auch hemmen. Tatsächlich kann die Auswahl des „richtigen“ Gestagens in einer konkreten klinischen Situation gegenüber dem natürlichen, bioidentischen Progesteron sehr günstige, womöglich aber auch ungünstige Zusatzeffekte zeigen. Darüber hinaus ist vor allem bei der menopausalen Hormontherapie eine ausreichend lange und ausreichend dosierte Gestagen-Gabe von großer Bedeutung. Tatsächlich kann ein zu wenig oder zu kurz von Progesteron oder anderer Gestagene zu Blutungsstörungen und sogar zu einem erhöhten Krebsrisiko der Gebärmutterschleimhaut führen. Die richtige Applikationsart und die ausreichende Dosierung ist besonders für das bioidentische Progesteron besonders herausfordernd, denn dieses Gestagen erfordert als Tablette besonders hohe Dosen um ausreichende Wirkspiegel zu erreichen und über die Haut gelingt es nicht, ausreichend sichere Wirkspiegel zu erreichen.
Zusammenfassend hat die medikamentöse Nutzung des bioidentischen 17-beta-Ertradiols einige pharmakologische Vorteile und geringere Nebenwirkungen als chemisch veränderte Estrogene. Letztere kommen vor allem bei besonderen Indikationen infrage, bei denen „naturidentische“ Estrogene nicht oder nicht ausreichend wirksam sind.
Das primäre „naturidentische“ Gestagen - das Progesteron – kann über den Magen-Darm-Trakt nur in relativ hohen Dosen in ausreichender Konzentration aufgenommen werden, um die Gebärmutterschleimhaut längerfristig vor eine Entartung zu schützen. Über die Haut – also als Pflaster oder als Creme – ist Progesteron praktisch immer nicht ausreichend dosiert, so dass mit derartigen Rezepturen eine erhöhtes Risiko für Gebärmutterschleimthaut-Krebs droht. Entsprechend werden in Hormon-Pflastern chemisch veränderte Gestagene genutzt, um ausreichend sichere Konzentrationen für die Gebärmutter-Schleimhaut zu erreichen. Darüber hinaus haben chemisch veränderte Gestagene zusätzliche Effekte, die gegenüber Progesteron für einige Frauen deutliche Vorteile bieten – etwa eine Verminderung der Effekte männlicher Hormone (Androgene) oder auch ausschwemmende Effekte (anti-Aldosteron-Effekte). Zur umsichtigen Nutzung dieser Gestagenen-Nebeneffekte bei gleichzeitiger Vermeidung möglicher Risiken und Nebenwirkungen einzelner Gestagene sollten Sie sich des Rats entsprechend spezialisierter FrauenärztInnen versichern.