Kinderwunsch
Bei jungen, gesunden Paaren mit ein- bis zweimal wöchentlichem Geschlechtsverkehr oder gezieltem Verkehr in der fruchtbaren Zeit kommt es in etwa 20–25 % der Zyklen zu einer Schwangerschaft. Nach einem Jahr gelingt dies bei 80–90 %. Bleibt die Schwangerschaft dennoch aus, spricht man von Sterilität und man sollte strukturiert nach organischen oder hormonellen Ursachen suchen. Dabei ist es hilfreich zu wissen, dass die allermeisten Ursachen eines nicht erfüllten Kinderwunsches heute sehr gut behandelt werden können. Allerdings ist es nicht immer einfach, zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Weg einzuschlagen.
Themen auf dieser Seite
- Unerfüllter Kinderwunsch
- Was man für den Kinderwunsch braucht
- Was Sie hier finden
- Entspannt zum Wunschkind - ReProMagination
- Natürliche Fruchtbarkeit
- Kinder ja – aber später: Einfrieren von Eizellen / Social Freezing
- Schutz der Fruchtbarkeit aus medizinischen Gründen - Fertilitätsprotektion
- Alle Untersuchungen sind okay – aber Sie werden nicht schwanger? │ Idiopathische Sterilität
- Probleme bei der Kinderwunsch-Behandlung (IVF / ICSI / PICSI / TESE)
- FAQ
Unerfüllter Kinderwunsch
Ein unerfüllter Kinderwunsch gehört zu den häufigsten Gründen, weshalb Paare eine spezialisierte gynäkologische oder endokrinologische Praxis aufsuchen. Oft besteht schon seit vielen Monaten oder sogar Jahren der Wunsch nach einem eigenen Kind, ohne dass sich eine Schwangerschaft einstellt. Das kann zu Enttäuschung, Druck in der Partnerschaft und Selbstzweifeln führen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, dass in den meisten Fällen konkrete Ursachen gefunden werden können und häufig auch gut behandelt werden können.
Bei jungen, gesunden Paaren mit ein- bis zweimal wöchentlichem Geschlechtsverkehr oder gezieltem Verkehr in der fruchtbaren Zeit kommt es in etwa 20–25 % der Zyklen zu einer Schwangerschaft; nach einem Jahr gelingt dies bei 80–90 %. Bleibt die Schwangerschaft dennoch aus, spricht man von Sterilität und sollte strukturiert nach organischen oder hormonellen Ursachen suchen.
Dazu gehören zum Beispiel Störungen der Eizellreifung, des Eisprungs, Erkrankungen der Eileiter, der Gebärmutter oder Einschränkungen der Spermienqualität. Auch Lebensstilfaktoren wie starkes Übergewicht, Rauchen oder chronischer Stress können die Fruchtbarkeit zusätzlich beeinträchtigen.
Die Basis jeder Kinderwunschdiagnostik ist ein ausführliches Gespräch, in dem Zyklusverlauf, bisherige Erkrankungen, Operationen und Vorerfahrungen besprochen werden. Im Anschluss folgen einfache Untersuchungen wie Hormonbestimmungen, Zyklus- und Eisprungdiagnostik, Ultraschall von Gebärmutter und Eierstöcken sowie ein Spermiogramm. Diese ersten Schritte geben oft schon deutliche Hinweise darauf, welche Faktoren eine Schwangerschaft verhindern. Erst wenn diese Basisdiagnostik abgeschlossen ist, werden aufwendigere Maßnahmen wie die Prüfung der Eileiter mittels Kontrast-Ultraschall oder Bauchspiegelung notwendig. Wenn Sie zu Ihrer konkreten Situation, womöglich zu einer bereits erfolgten oder zu einer geplanten Diagnostik offene Fragen haben oder gerne eine unabhängige zweite Meinung einholen möchten – dann stehe ich Ihnen hier gerne für eine persönliche Online-Beratung zur Verfügung.
Was Sie hier finden
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Natürliche
Fruchtbarkeit - Kinder ja – aber später: Einfrieren von Eizellen / Social Freezing
- Schutz der Fruchtbarkeit aus medizinischen Gründen - Fertilitätsprotektion
- Idiopatische Sterilität - alle Untersuchungen sind okay aber Sie werden nicht schwanger
- Probleme bei der Kinderwunsch-Behandlung (IVF/ICSI/PICSI/TESE)
Entspannt zum Wunschkind: Repromagination
ReProMagination unterstützt Paare mit unerfülltem Kinderwunsch durch ein speziell entwickeltes Verfahren aus Tiefenentspannung und behutsame innere Bilder, die optimal auf die einzelnen Phasen der Kinderwunsch-Behandlung abgestimmt sind. Entwickelt als Teamwork einer erfahrenen Hypnotherapeutin – Frau Dr. Sabine Rienhoff – und eines erfahrenen Reproduktionsmediziners – Professor Christian Thaler – kombiniert RePromagination evidenzbasierte Reproduktionsmedizin mit Tiefenentspannung und empathischer Begleitung. Durch innere Bilder können mentale Energien mobilisiert werden, wodurch die einzelnen Phasen der assistierten Fortpflanzung – von Follikelreifung über Embryotransfer bis zur Frühschwangerschaft – mit zusätzlicher Kraft und Zuversicht bewältigt werden können. ReProMagination ist ideal zur Begleitung für IVF/ICSI-Behandlungen und alle, die ihren Kinderwunsch entspannt und zuversichtlich angehen möchten.
Natürliche Fruchtbarkeit

Natürliche Fruchtbarkeit
Bei jungen und gesunden Paaren, die ein bis zweimal wöchentlich oder ein bis zweimal während der fruchtbaren Tage ungeschützten Sex haben, sollte pro Zyklus in 20-25% und nach einem Jahr in 80-90% eine Schwangerschaft resultieren. Wenn nach einem Jahr noch keine Schwangerschaft eingetreten ist, spricht man klinisch von einer Sterilität (Unfruchtbarkeit) und den allermeisten dieser Fälle liegen organische Ursachen zugrunde. Da heute viele Sterilitäts-Ursachen sehr gut behandelbar sind, empfiehlt sich spätestens jetzt die Abklärung möglicher Ursachen – am besten nach einem Stufen-Schema: zunächst sollten einfache Untersuchungen (etwa Samen-Untersuchung, Hormon-Untersuchungen, Zyklus- und Eisprungdiagnostik) erfolgen, ggf. dann auch weitere Untersuchungen, etwa der Eileiter (mittels Kontrast-Ultraschall oder mittels Bauchspiegelung (Chromolaparoskopie).
Wenn Sie unerfüllten Kinderwunsch und allgemeine Fragen zur weiteren Diagnostik haben, finden Sie zahlreiche Details sicherlich im nachfolgenden Interview (zum Fruchtbarkeitskongress) beantwortet. Ergänzend finden Sie nachfolgend eine Reihe möglicher Detailthemen, die vielleicht für Sie von Interesse sind. Bei individuellen Fragen zu diesen Themen stehe ich Ihnen gerne auch im Rahmen einer persönlichen und individuellen Online-Sprechstunde zur Verfügung.

Kinder ja – aber später: Einfrieren von Eizellen / Social Freezing

Kinder ja – aber später: Einfrieren von Eizellen / Social Freezing
Schutz der Fruchtbarkeit aus medizinischen Gründen - Fertilitätsprotektion

Schutz der Fruchtbarkeit aus medizinischen Gründen - Fertilitätsprotektion
Angesichts einer womöglich drohenden frühzeitigen Alterung der Eierstöcke sowie vor der Behandlung mit fruchtbarkeits-schädigenden Medikamenten oder einer Strahlentherapie ist es heute glücklicherweise möglich, die Fruchtbarkeit mittels der Fertilitätsprotektion zu schützen: Die Therapie von Krebserkrankungen sowie einiger chronischer autoimmuner und rheumatologischer Erkrankungen kann Zahl und Funktion weiblicher und männlicher Keimzellen (Eizellen und Spermien) mitunter erheblich beeinträchtigen. Entsprechend droht nach einer Chemo- oder Strahlentherapie nicht selten eine deutlich verfrüht oder auch unmittelbar einsetzende Menopause mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Unfruchtbarkeit. Mittels moderner Methoden (Hormonbehandlung/Einfrieren von Keimzellen, ggf. auch Einfrieren von Eierstock- oder Hodengewebe) ist es heute möglich, die negativen Effekte von Chemo- und Bestrahlungstherapien zu reduzieren oder weitgehend zu vermeiden. Entscheidend ist dabei vor allem eine frühzeitige Beratung und Planung.
Mit unserem universitären LMU-Kinderwunschzentrums habe ich sehr viele Patientinnen und Patienten vor, während und nach einer Krebsbehandlung beraten und betreut. Einige wichtige Aspekte habe ich im anliegenden Vortrag im Rahmen der Patientenakademie des LMU-Klinikums zusammengefasst.
Darüber hinaus biete ich Ihnen eine individuelle und ausführlichen Online-Konsultation an. Hier kann ich Ihnen gerne meine umfangreichen Erfahrungen zur Fertilitätsprotektion zur Verfügung stellen um Ihnen individuell und unabhängig jedwede Fragen nach Ablauf, Chancen und möglichen Nebenwirkungen aller fruchtbarkeits-erhaltenden Maßnahmen zu beantworten. Dazu können hier gerne einen persönlichen Online-Termin mit mir vereinbaren: „Zur Online-Sprechstunde“.

Alle Untersuchungen sind okay – aber Sie werden nicht schwanger? │ Idiopathische Sterilität

Alle Untersuchungen sind okay – aber Sie werden nicht schwanger? │ Idiopathische Sterilität
Wie lange sollten Sie noch weiter „probieren“? Wie hoch sind die Chancen, dass es doch noch „klappt“? Gibt es sinnvolle Alternativen zur „künstlichen Befruchtung“? Was kann die natürlichen Schwangerschaftschancen steigern?
Mittels einiger Fragen zu Ihnen, Ihrem Partner und zu bisher vorliegenden Befunden kann ich Ihnen helfen, die konkreten Chancen auf eine spontane Schwangerschaft innerhalb der nächsten Monate abzuschätzen. Ich biete Ihnen gerne eine sehr individuelle und unabhängige Konsultation zu allen möglichen Optimierungsoptionen an: Welchen Sinn macht Sex zu den „fruchtbaren Tagen“? Was sind überhaupt die wirklich fruchtbaren Tage? Und wie und mit welcher Verlässlichkeit lassen sich diese bestimmen? Welchen Sinn machen Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und spezielle Diäten – für Wunschmütter und -Väter?
Wenn Sie zu diesen Themen eine ausführliche, individuelle und unabhängige Konsultation/Begutachtung mit mir vereinbaren wollen, so stehe ich Ihnen gerne persönlich zur Verfügung. Dazu geht´s hier zur „Online-Sprechstunde“.
Probleme bei der Kinderwunsch-Behandlung (IVF / ICSI / PICSI / TESE)

Probleme bei der Kinderwunsch-Behandlung (IVF / ICSI / PICSI / TESE)
Es werden nicht genügend Eizellen gewonnen (Diminished Ovarian Response DOR): In Vorbereitung der künstlichen Befruchtung versucht man im Regelfall eine möglichst optimale Anzahl von Eibläschen (Follikeln) heranzureifen: einerseits möglichst viele – damit steigt die Schwangerschaftschance, andererseits aber auch nicht zu viele – denn damit steigen die Nebenwirkungen und die Belastung durch die Behandlung. Eine optimale Zahl ausgereifter Follikel liegt im Regelfall in der Größenordnung von 7 bis 14, denn damit gelingt es meistens hohe Schwangerschaftschancen bei insgesamt geringen Nebenwirkungen zu erreichen. Wenn die Anzahl heranreifender Eizellen deutlich vermindert ist, spricht man von einer verminderten Reaktion der Eierstöcke (Diminishes ovarian Response – DOR). Die häufigste Ursache für ein Zuwenig an Eizellen (DOR) ist eine verminderte ovarielle Reserve, meistens im Zusammenhang mit einer – womöglich verfrühten – reproduktiven Alterung (bei Interesse können Sie nähere Details dazu auch in der Sektion Hormone – Altern der Eierstöcke nachlesen). Gelegentlich können auch andere spezielle hormonelle Konstellationen (u.a. Pille im Langzyklus, hochdosierte Gestagengaben, Verwendung von GnRH-Superagonisten) eine verminderte ovarielle Reaktion erklären. Grundsätzlich können oft auch optimierte Stimulationsmethoden (Art des Protokolls, Art und Dosierung der Stimulations-Medikamente) oder auch eine geeignete Vorbehandlung (zyklische Hormongaben, ggf. auch besondere Vitamine und Spurenelemente) den ovariellen Response und damit die Zahl und vielleicht auch die Qualität der Eizellen optimieren helfen.
Die Eizellen lassen sich nicht oder nur schlecht befruchten – Fertilisationsversagen: Follikelstimulation und Punktion haben gut geklappt – aber die Eizellen konnten nicht oder nur zum geringen Teil befruchtet werden. Welche Ursachen gibt es?
Unter normalen Umständen sollte man im Rahmen eines ICSI/IVF-Zyklus etwa 4 von 5 reifen Eizellen befruchten können. Wenn die Befruchtungsrate deutlich geringer ist, spricht man von einem teilweisen oder auch kompletten Fertilisationsversagen und in dieser Situation muss man mit deutlich verminderten, womöglich sogar komplett ausbleibenden Schwangerschaftschancen rechnen! In Hinblick auf eine dringend erforderliche Optimierung dieser Situation ist es von größter Bedeutung, mögliche Ursachen eines Fertilisationsversagens zu kennen und diese zu beseitigen: Kann man die Stimulationsbehandlung, die Dosierung der Medikamente oder den Zeitpunkt der Ovulationsauslösung optimieren ? kann man den Partner besser vorbereiten? Sind technische Ursachen denkbar? selten gibt es auch individuelle Ursachen für ein Fertilisationsversagen bei Frau oder Mann, die womöglich nicht behandelbar sind. Auch diese sollte man kennen, um diese womöglich bei der weiteren Therapieplanung zu berücksichtigen.
Wenn Sie ein oder gar mehrmals ein Fertilisationsversagen erleben mussten, lohnt sich oft eine ausführliche und unabhängige Begutachtung möglicher Einflussfaktoren und Ursachen. Ich biete Ihnen an, Ihre bisherigen Behandlungszyklen mit allen Details in Ruhe zu begutachten, mit dem Ziel, die Situation für ein nächstes Mal konkret einzuschätzen und möglichst zu optimieren. Vereinbaren sie dazu gerne einen persönlichen Online-Termin mit mir.
Gehäuftes Einnistungsversagen – Recurrent Implantation Failure (RIF)
Es wurden jetzt mehrfach Embryonen transferiert – trotzdem ist keine Schwangerschaft eingetreten: welche Ursachen sind möglich? Embryonale oder mütterliche oder väterliche Ursachen? Welche Zusatz-Untersuchungen wurden durchgeführt? In dieser belastenden Situation werden nicht selten vielfache und auch aufwändige Zusatz-Untersuchungen oder auch Zusatz-Interventionen angeraten – mit teilweise letztlich unklarem Nutzen. Darüber sollten Sie sich ggf. unabhängig beraten lassen: Ich biete Ihnen gerne eine unabhängige Konsultation und Begutachtung an mit dem Ziel, Ihre individuelle Situation einschätzen. Macht es in Ihrem Fall konkreten Sinn, zusätzliche diagnostische und/oder therapeutischer Optionen zu nutzen?
Hören Sie zunächst gerne in den nachfolgenden Podcast rein, den ich für das Bundesfamilienministerium aufgenommen habe:
Podcast des Bundesfamilienministeriums:
„Gehäuftes Implantationsversagen“Prof. Dr. Thaler
Für eine ausführliche Online-Konsultation zu Ihrer individuellen Situation stehe ich Ihnen dann gerne persönlich zur Verfügung! Dazu geht´s hier zur „Online-Sprechstunde”.

FAQ
Bei jungen, gesunden Paaren mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr liegt die Schwangerschaftsrate bei etwa 20-25% pro Zyklus. Nach einem Jahr haben 80-90% der Paare auf natürlichem Weg eine Schwangerschaft erreicht. Bleibt die Schwangerschaft aus, empfiehlt sich eine strukturierte Abklärung.
Spätestens nach einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs ohne Schwangerschaft sollte eine Abklärung erfolgen. Bei Frauen über 35 Jahren oder bekannten Vorerkrankungen empfiehlt sich bereits nach sechs Monaten ein Arztbesuch, um mögliche Ursachen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Die Basisdiagnostik umfasst beim Mann eine Samenuntersuchung, bei der Frau Hormonuntersuchungen, Zyklusdiagnostik und einen Ultraschall. Bei Bedarf können weitere Untersuchungen wie die Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit mittels Kontrastmittel-Ultraschall oder Bauchspiegelung folgen.
Je nach Ursache stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: von Hormonbehandlungen zur Unterstützung des Eisprungs über intrauterine Insemination (IUI) bis hin zu fortgeschrittenen Methoden wie IVF (In-vitro-Fertilisation), ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) oder TESE (Testikuläre Spermienextraktion). Zusätzlich können Hypnose und Entspannungstechniken den Behandlungserfolg unterstützen.
Ein gesunder Lebensstil unterstützt die Fruchtbarkeit: ausgewogene Ernährung, Normalgewicht, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Rauchen und maßvoller Alkoholkonsum. Auch Stressreduktion durch Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf bestimmte Medikamente können helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über individuelle Maßnahmen.
Nach der Weltgesundheitsorganisation liegt eine primäre Sterilität vor, wenn ein Paar regelmäßig -- also etwa 2x pro Woche -- ungeschützten Verkehr hat und trotzdem nach einem Jahr noch keine Schwangerschaft aufgetreten ist. Eine sekundäre Sterilität liegt vor, wenn diese Situation auftritt, nachdem zu einem früheren Zeitpunkt zwar bereits eine Schwangerschaft eingetreten war, jetzt aber eine Sterilität vorliegt. Bei jungen Paaren <30 Jahren sollte spätestens jetzt fachkundiger rat eingeholt werden, um mögliche Ursachen der Sterilität zu erfassen und ggf. zu behandeln. Bei älteren Paaren und einem alter der Frau von über 30 sollten womöglich schon zu einem früheren Zeitpunkt erste orientierende Untersuchungen (Untersuchung des Samens, Spermiogramm; Nachweis des regelrechten Eisprungs, Hormon-Analysen und Untersuchung der ovariellen Reserve) erfolgen.
ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit ist die embryonale Entwicklungsfähigkeit zum Zeitpunkt des Transfers in die Gebärmutter. Diese ist besonders günstig, wenn am embryonalen Entwicklungstag 5-6 eine optimal entwickelte Blastozyste (Grading 5AA) transferiert werden kann. Diese Situation kann durch folgende Faktoren beeinflusst werden: Alter der Frau, Anzahl und Qualität der gewonnenen Eizellen, Befruchtungsrate, Qualität der Spermien, Alter des Mannes (letztere hat relativ geringen Einfluss), morphokinetische Charakteristika der embryonaalen Entwicklung. Ein zusätzlicher möglicher Einfluss durch die Einpflanzungschancen der Gebärmutterschleimhaut (Rezeptivität) wird vermutet -- ist aber im Einzelfall eher schwer bewertbar. Neben der routinemäßig genutzten Gabe von Einplanzungshormonen (Estrogenen und Progesteron) sind zusätzliche Optionen zur Optimierung der Rezeptivität immer noch experimentell
Von idiopatischer Sterilität spricht man, wenn trotz umfassender Diagnostik keine erkennbare körperliche Ursache für die Kinderlosigkeit gefunden wird. Alle Untersuchungen zeigen normale Befunde, dennoch tritt keine Schwangerschaft ein. In diesen Fällen können manchmal Hypnose und Stressreduktion unterstützen. Wenn konservative Maßnahmen nicht erfolgreich sind, führen oft Maßnahmen der assistierten Fortpflanzung zum Erfolg.
Social Freezing bezeichnet das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen, um später die Möglichkeit einer Schwangerschaft zu erhalten. Dies ist besonders für Frauen relevant, die aus beruflichen oder persönlichen Gründen den Kinderwunsch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben möchten, wenn die natürliche Fruchtbarkeit bereits abnimmt.
IVF (In-vitro-Fertilisation) ist die künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers, bei der Eizelle und Spermien im Labor zusammengeführt werden. ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist eine Weiterentwicklung, bei der ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert wird. Diese Methoden kommen bei verschiedenen Formen der Unfruchtbarkeit zum Einsatz.
Die psychische Gesundheit spielt eine wichtige Rolle bei Kinderwunsch. Stress, Angst und emotionale Belastung können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Umgekehrt können Entspannungstechniken, psychologische Begleitung und mentale Unterstützung den Behandlungserfolg positiv beeinflussen. Spezielle Programme mit Tiefenentspannung und inneren Bildern können helfen, Stress zu reduzieren und die innere Zuversicht zu stärken.
Bei medizinischen Behandlungen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie, die die Fruchtbarkeit gefährden können, bietet die Fertililitätsprotektion Möglichkeiten: das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen, Spermien oder Eierstockgewebe. Dies ermöglicht es, später trotz der Behandlung eine Schwangerschaft zu erreichen.
TESE (Testikuläre Spermienextraktion) ist ein mikrochirurgisches Verfahren zur Gewinnung von Spermien direkt aus dem Hodengewebe. Es kommt bei Männern zum Einsatz, die keine Spermien im Ejakulat haben (Azoospermie). Die gewonnenen Spermien können dann für eine ICSI-Behandlung verwendet werden.
Nach der Weltgesundheitsorganisation liegt eine primäre Sterilität vor, wenn ein Paar regelmäßig -- also etwa 2x pro Woche -- ungeschützten Verkehr hat und trotzdem nach einem Jahr noch keine Schwangerschaft aufgetreten ist. Eine sekundäre Sterilität liegt vor, wenn diese Situation auftritt, nachdem zu einem früheren Zeitpunkt zwar bereits eine Schwangerschaft eingetreten war, jetzt aber eine Sterilität vorliegt. Bei jungen Paaren <30 Jahren sollte spätestens jetzt fachkundiger rat eingeholt werden, um mögliche Ursachen der Sterilität zu erfassen und ggf. zu behandeln. Bei älteren Paaren und einem alter der Frau von über 30 sollten womöglich schon zu einem früheren Zeitpunkt erste orientierende Untersuchungen (Untersuchung des Samens, Spermiogramm; Nachweis des regelrechten Eisprungs, Hormon-Analysen und Untersuchung der ovariellen Reserve) erfolgen.
Rein biologisch sind die besten Jahre fürs schwanger werden und Kinderkriegen die frühen Zwanziger. In dieser Lebensphase sind die Eizellen am gesündesten und die Zahlen monatlich heranreifender Eibläschen (Follikel) sind am höchsten. Zusätzlich ist in dieser Lebensphase auch das Risiko für Fehlgeburten oder für chromosomal bedingte kindliche Auffälligkeiten (etwa dem Down-Syndrom) am geringsten. Allerdings ist in unserer gegenwärtigen Welt das Kinderkriegen genau in dieser Zeit aus vielfältigsten Gründen oft recht schwierig zu realisieren: Berufsausbildung, wirtschaftliche Überlegungen, der Mangel an einer passenden Wohnung, gar nicht selten auch das Fehlen eines geeigneten Partners – um nur einige häufige Themen zu nennen. Oft vergehen daher heutzutage die „optimalen“ Jahre zum Kinderkriegen und „später“ kann im Einzelfall dann durchaus „zu spät“ sein. Die moderne Fortpflanzungsmedizin erlaubt es heute, „junge“ Eizellen zu gewinnen und für später in eingefrorenem Zustand aufzubewahren (das sogenannte „social Freezing“). Diese Abläufe sind mittlerweile derart optimiert und sicher, dass sich damit viele Vorteile einer Schwangerschaft in jungen Jahren (s.o.) für einen späteren Lebenszeitpunkt nutzen lassen. Natürlich gibt es hierzu viele Fragen:
Angesichts jahrelanger Erfahrungen mit dem Einfrieren von Eizellen – aus medizinischen Gründen (s.u.: Fertilitätsprotektion) oder aus Gründen der persönlichen Lebensplanung („Social Freezing“) habe ich die Broschüre: „Kinder ja aber später“ geschrieben, die ich Ihnen hier gerne für einen kostenfreien Download anbiete. Falls Sie weitere Fragen im Rahmen einer persönlichen und unabhängigen Online-Beratung mit mir besprechen wollen, stehe ich Ihnen natürlich auch dafür gerne zur Verfügung.